In den finsteren Jahren des 1. und 2. Weltkrieges pausierte das bunte Treiben aus nachvollziehbaren Gründen. Auch der genaue Grund für die schöne Tradition bzw. die Wahl ausgerechnet jener Charaktere ist nicht exakt überliefert. Bekannt ist aber, dass es zur Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur weniger Geld, sondern vor allem Lebensmittel für die lustigen Gesellen bei ihrem Rundgang gab. Zu dieser Zeit beschränkte sich der Bärenlauf noch auf Helberhausen und Oberndorf, die Einwohnerzahl damals lag etwa bei der Hälfte der heutigen (die Erweiterung auf Hadem folgte erst im Jahr 1975). Gute Zeiten für Langschläfer: Damals startete der Bärenlauf am Nachmittag, gespendet wurde wie schon oben beschrieben meist eine Wurst statt den heutigen Münzen oder Scheinen. Da viele Leute vor Beginn des Winters selber schlachteten, war es üblicher, den Bären hier und dort auch schon mal eine Wurst zuzustecken anstatt einer Spende für einen gemeinnützigen Zweck. Manche "Altbären" berichteten, dass es an mancher Stelle qualitativ minderwertige und sogar versalzene Wurst gab, die man extra zu diesem Zwecke angefertigt hatte. Die Würste wurden gesammelt und abends in die Erbsensuppe, welche in den Jahren nach dem Krieg von "Schrawe" Alma umsonst für die Gruppe gekocht wurde, gesteckt. In Ermangelung von Schminke cremten sich die Bären das Gesicht mit Nivea ein und schwärzten es dann mit Ruß von der Ofentür.

Im Laufe der Jahrzehnte jedoch haben sich der Bärenlauf und der Bärenball im Ortsleben Helberhausens mit den Nachbardörfern Hadem und Oberndorf fest etabliert. Am Neujahrstag schließen sich beispielsweise einige Nachbarschaften zu eigenen Nachbarschafts- oder Straßenfesten zusammen und sehnen gemeinsam die Ankunft der Bärengruppe herbei. Das gilt auch immer mehr für "Zugezogene" und das Neubaugebiet in Hadem – für die Bärengruppe kann sich eben nach und nach jeder erwärmen. Viel hat sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt und aufgrund dieses Brauches gibt es die heutige Bärengruppe, die sich aus einem Bären, dem Bärenführer, einem Zigeunermädchen, einem Musikanten mit der berühmten "Knutsche", einem Teufel mit seiner Teufelsgeige sowie zwei ebenso bunte Gestalten als Kassierer und Mexikaner, der mit seinem Schnapskorb die Bewohner und Gruppe versorgt, zusammensetzt. Im Stadtteil Hadem beginnend, über Helberhausen nach Oberndorf und zurück nach Helberhausen wird die Gruppe von den anliegenden Hausbesitzern erwartet. Ein Jahresbeginn ohne die "Bären" ist einfach undenkbar.